300 Vertreter aus der Sparkassen-Finanzgruppe trafen sich zum überregionalen Branchentreff „DSGF Infotage“

Köln, 31.03.2017 Die deutschen Sparkassen trafen sich am 22. und 23. März in Augsburg zu den DSGF Infotagen. Bereits zum achten Mal informierten sich die Teilnehmer über aktuelle Branchentrends sowie Lösungen und Erfahrungsberichte rund ums Outsourcing. In diesem Jahr wurde mit 300 Teilnehmern der Besucherrekord geknackt.

Rolf Settelmeier, Vorsitzender des Vorstands der Stadtsparkasse Augsburg, eröffnete gemeinsam mit dem Gastgeber Norbert Baumgärtner, Sprecher der Geschäftsführung der DSGF, die DSGF Infotage im Kongress am Park in Augsburg.

Im Plenum wurden anschließend Lösungen aufgezeigt, wie die DSGF die Sparkassen bei der Erfüllung regulatorischer Anforderungen unterstützt und wie Immobilienbewertung in Einklang mit dem Aufsichtsrecht gebracht werden kann. Ein weiterer Vortrag beleuchtete aktuelle Entwicklungen im Zahlungsverkehr.

Dr. Bernd Hochberger, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse München, bot einen direkten Einblick in die Praxis. Er teilte im Plenum seine Motivation und Erfahrungen in der Vollauslagerung der Marktfolge Passiv. Dabei stelle er besonders heraus, wie Change Management diesen Prozess unterstützt. Die DSGF konnte mit Jürgen Steven, Leiter ProzessPlusCenter (PPC) des DSGV, einen weiteren externen Referenten gewinnen. In seinem Vortrag beleuchtete er den Status PPS.

Ein fest etabliertes Format hat sich auch in diesem Jahr wieder bewährt. In parallel stattfindenden Fachforum, konnten sich die Teilnehmer über zwei der vier Themen Marktfolge Aktiv, Marktfolge Passiv, Digitalisierung und Personaldienstleistung näher informieren. Die Foren wurden durch Referenzsparkassen, Kooperationspartner und Live-Demonstrationen praxisnah gestaltet.

Neben den Vorträgen im Plenum und den Fachforen, brachte eine Diskussionsrunde konkret auf den Punkt, wie Sparkassen in  der schwierigen Marktsituation an Effizienz gewinnen und Kosten sparen können. Die Vorstandsmitglieder Matthias Benk von der Sparkasse Nürnberg, Wolfgang Busch von der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert, Dr. Bernd Hochberger von der Stadtsparkasse München sowie Ulrich Sengle von der Kreis- und Stadtsparkasse Erding-Dorfen diskutierten gemeinsam mit Norbert Baumgärtner, wie Arbeitsteilung zur Zukunftssicherung der Institute beiträgt. Thomas Huber vom Sparkassenverband Bayern moderierte die Runde.

Die Diskussionsrunde zeigte dabei unterschiedliche Möglichkeiten des Outsourcing auf. Der Ansatz von Ulrich Sengle ist, dass sich die Sparkasse auf die Dinge konzentriert, mit denen sie bei Kunden punkten kann: „Effizienz kann ein Dienstleister aus unterschiedlichen Gründen besser.“ Die Entscheidung, die komplette Marktfolge Passiv und Marktfolge Aktiv an die DSGF zu übergeben, war demnach betriebswirtschaftlicher Natur: „Effizienzsteigerungen ergeben sich durch den direkten Entfall von Overheadkosten und durch weitere schwer quantifizierbare Effekte, wie zum Beispiel die Variabilisierung von Kosten“.

Matthias Benk hat einen anderen Ansatz verfolgt. Bereits 2001 gründete die Sparkasse Nürnberg mit der transactio einen eigenen Back-Office-Dienstleister aus, um zusätzliche Synergien heben zu können: „Irgendwann waren wir aber auch mit der transactio an einem Punkt, an dem wir keine Optimierungseffekte mehr erzielen konnten und die Skalen ausgeschöpft waren. Daher haben wir 2015 die transactio mit ihren 265 Mitarbeitern in die DSGF eingegliedert und profitieren seitdem von weiteren Skalen- und Synergieeffekten. Zudem können wir uns bei komplexen neuen Themen wie AEOI/FATCA oder Drittpfändung auf das Fach-Know-how der DSGF verlassen und müssen uns nicht auch noch darum kümmern“, erklärt Matthias Benk seinen Ansatz.

Sozialverträgliche Lösung für wachsenden Personalüberhang

Neben klassischem Outsourcing ist in der Sparkassen-Landschaft ein neuer Trend zu erkennen: Die Auslagerung von ganzen Marktfolgebereichen – inklusive der Mitarbeiter. „Viele Sparkassen sehen sich in einem Dilemma, dass sie Arbeitsplätze vor Ort erhalten wollen und gleichzeitig Kosten einsparen müssen. Die DSGF bietet den Instituten Unterstützung an, diesen Zielkonflikt sozial und emotional verträglich zu lösen. Beim Modell DSGF.regio werden ganze Marktfolgebereiche innerhalb der Sparkasse abgekapselt und komplett, das heißt einschließlich der Steuerung und der Prozesshoheit, an die DSGF übertragen. Die DSGF beschäftigt die Mitarbeiter der Sparkasse in Form einer Personalgestellung weiter“, erklärt Norbert Baumgärtner im Plenum.

Unter den Diskussionsteilnehmern konnten bereits zwei Vorstände das Modell in der Praxis erproben und haben die Marktfolge Passiv, inklusive der Mitarbeiter, an die DSGF übergeben. Wolfgang Busch berichtet von seiner Motivation und den gesammelten Erfahrungen: „Unser übergeordnetes Ziel ist es, von der Produktionssparkasse zur vertriebsorientierten Sparkasse zu gelangen, weil auch wir unsere Kostenstrukturen ganz genau unter die Lupe nehmen müssen. Dabei haben wir nach einem Ansatz gesucht, welcher neben den Kostenaspekten auch die Personalverträglichkeit sicherstellt. Unsere Mitarbeiter sind das Herzstück unserer Sparkasse, daher steht bei allen Überlegungen die Sozialverträglichkeit an oberster Stelle. Erst letzte Woche habe ich ein Gespräch mit unserem Personalrat geführt – dass dieser nur Positives zu berichten hatte, spricht Bände. Am Ende steht aber natürlich der Kunde, welcher von dem Wechsel zur DSGF nichts mitbekommt. Die Qualität bleibt weiter konstant hoch und wir profitieren zudem auch von dem Fach-Know-how der DSGF-Mitarbeiter. Ich bin froh, dass wir uns mit Themen wie AEOI/FATCA oder die Drittpfändungsbearbeitung nicht mehr beschäftigen müssen.“

Selbstoptimierung hat ihr natürliches Ende

Die Stadtsparkasse München, fünftgrößte Sparkasse in Deutschland, hat im vergangenen Jahr die Markfolge Passiv mit insgesamt 197 Prozessen und 100 Mitarbeitern vollständig an die DSGF ausgelagert: „Eigenoptimierung muss aus meiner Sicht immer der erste Schritt sein. Allerdings hat diese irgendwann ihr natürliches Ende. Im Mengengeschäft reicht die eigene Optimierung irgendwann einfach nicht mehr aus. Die DSGF kann als bundesweiter Dienstleister weitere Skalen- und Synergieeffekte erzielen. Darüber hinaus brauchen wir uns nicht mehr kräftezehrend mit prozessualen Fragen in diesem Bereich auseinandersetzen“, berichtet Dr. Bernd Hochberger.

Neben dem Informationscharakter der DSGF Infotage, kam der Austausch unter den Teilnehmern nicht zu kurz. Die Abendveranstaltung in der Kälberhalle bot ausreichend Raum, sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

 

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