MaRisk-konforme Beurteilungen des Bonitätsrisikos

Köln, 11.12.2017 Mit der fünften Novellierung der MaRisk stiegen auch die Anforderungen an Bonitätsbeurteilungen. Besonders kleine und mittlere Institute stehen aufgrund begrenzter Ressourcen vor großen Herausforderungen. Das Kreditanalyseportal stellt MaRisk-konforme Analysen über ein Online-Tool automatisiert zur Verfügung. 2018 werden die Preise reduziert und das Basisangebot erneut aktualisiert.

Der Kostendruck auf Sparkassen wächst, unter anderem durch die steigenden regulatorischen Anforderungen. Mit der neusten Novelle steigen erneut die Anforderungen an die Beurteilung des Bonitätsrisikos. Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) erfordern bei Adressen des Eigenhandels unter anderem eine sorgfältige Analyse des mit dem Emittenten verbundenen Bonitätsrisikos.

Besonderer Druck auf kleine und mittlere Institute

Insbesondere kleine, regional orientierte Institute haben häufig eine geringe Stückzahl an Emittenten- und Kontrahenten im Rahmen der Eigenanlage und können nur begrenzt an Skaleneffekten partizipieren. „Das notwendige Expertenwissen permanent und immer aktuell vorzuhalten, würde wertvolle Mitarbeiterkapazitäten binden. Diese Prozessgestaltung der Kreditanalyse im Eigenhandel der Sparkasse wäre für mich nicht effizient. Deshalb haben wir diese Aufgaben bereits zum 01.01.2015 an die DSGF übertragen“, konstatiert Herr Rainer Schikatzki, Vorstand der Sparkasse Meißen.

Das Kreditanalyseportal

In Zusammenarbeit mit dem Ostdeutschen Sparkassenverband (OSV) wurde das Kreditanalyseportal 2015 aufgebaut. Das dynamische Tool wird seitdem regelmäßig weiterentwickelt. Aktuell nutzen rund 45 Mandanten das Portal, wobei sich neben Sparkassen auch Bürgschaftsbanken und Versicherungen für das Angebot der DSGF entschieden haben.

Mit dem Kreditanalyseportal unterstützt die DSGF die Sparkassen bei der standardisierten Auswertung von Jahresabschlussunterlagen des Depot-A-Geschäftes. Dabei werden die Unterlagen nach den gängigen, auch internationalen Rechnungslegungsstandards nach dem EBIL-Kompetenzhandbuch analysiert. Dies gilt sowohl für Jahresabschlussunterlagen in deutscher als auch in englischer Sprache. Im Ergebnis stehen Sparkassen Bonitätsbeurteilungen zur Verfügung, welche von DSGF-Fachexperten beurteilt werden. Die Verfahren der Analysen sind aufgrund der vom Ostdeutschen Sparkassenverband geprüften Prozesse revisionssicher ausgestaltet, und entlasten die Sparkassen weitgehend von der individuellen Umsetzung der MaRisk-relevanten Anforderungen. Damit ist das Kreditanalyseportal für die Sparkassen unkompliziert und flexibel, auch beispielweise im Schuldscheingeschäft, nutzbar.

Modulares Angebot

Das Angebot ist modular wählbar. Das Basisangebot besteht aus den Portalanalysen, welche regelmäßig der Marktlage und – in Abstimmung mit dem Produktausschuss – dem Bedarf der Sparkassen angepasst werden. Hier stehen den Instituten derzeit Analysen von rund 190 stark verbreiteten Emittenten zum Download bereit. Ergänzend dazu können Individualanalysen beauftragt werden, welche für alle anderen Emittenten gelten, die Jahresabschlüsse zu den wirtschaftlichen Verhältnissen veröffentlichen oder in der Sparkasse vorliegen. Das letzte Modul beinhaltet Zusatzleistungen. Dieses umfasst beispielsweise Auswertungen mit verkürztem Service-Level – insbesondere zur Abdeckung des Neugeschäfts – sowie Updates zu den Analysen, in denen auf Ad-hoc-Nachrichten bzw. Quartalsberichte und volkswirtschaftliche Entwicklungen eingegangen wird. Auf Wunsch werden die Ergebnisse in den EBIL-Datenbestand der Sparkassen direkt übertragen.

Volker Kurth, Geschäftsführer der DSGF, erklärt wie sich das Portal in 2018 entwickeln wird: „Das Angebot des Kreditanalyseportals wächst stetig. Die Portalanalysen im Basisangebot werden regelmäßig an den Bedarf der Nutzer und die gesellschaftsrechtlichen Veränderungen der Emittenten angepasst. Weiterentwicklungen richten sich an den Erfordernissen des Marktes aus, so wurden beispielsweise die Bail-in-Regelungen in die Analysen für Banken integriert. Dabei wird die DSGF auch weiterhin vom OSV sowie von Nutzersparkassen hinsichtlich der Anforderungen der Sparkassen unterstützt. Zum Jahresbeginn 2018 werden wir die Preisstaffel der Portalanalysen reduzieren.“

Die Preisreduzierung kommt vor allem dadurch zustande, dass die DSGF in den vergangenen Jahren einige Mandanten dazugewonnen hat und dadurch zusätzlich Menge generieren konnte. So wurde der Eintrittspreis zu dem Tool gesenkt, was besonders kleinen Instituten zugutekommt. Damit steht insbesondere diesen Häusern ein noch günstigeres Angebot zur Nutzung zur Verfügung.

 

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